Regionale Fachgruppe
IT-Projektmanagement

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Professionelles Projektmanagement

Regionale Fachgruppe IT-Projektmanagement in Stuttgart

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Bericht vom Treffen der regionalen Fachgruppe "IT-Projektmanagement"

am 10. Oktober 2014, 18.15 Uhr in Stuttgart-Hohenheim, SIMT, Filderhauptstr. 142, Raum R5

zum Themenfeld

Aufgaben im agilen Umfeld: Anforderungen und Vertragsgestaltung

Am Ende des Fachgruppenabends am 11. April 14 zu Agiles versus Klassisches Vorgehen haben wir weitere Aspekte aufgelistet, die an weiteren Fachgruppenabenden intensiver besprochen werden sollten, u.a.:
- Vertragsgestaltung im agilen Umfeld ("Agiler Festpreis?")
- Wie bekomme ich (als PL) heraus, was der "Kunde" WIRKLICH will ("Agile Requirement Analyse?").

Da beide Themen umfangreich sind, werden wir diesmal nur 2 Impulsvorträge haben, wovon dann jeder einen etwas größeren Umfang als üblich haben darf.

Als Referenten hatten sich bereit erklärt: Dr. Oliver Meyer-van Raay (Rechtsanwalt) , Michael Paulsen
  

  • Agile Projekte – agile Verträge – agile Preisgestaltung? (Dr. Oliver Meyer-van Raay, Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht)

    Der Vortrag beleuchtet aus der Perspektive des Rechts die wichtigsten Anforderungen, die agiles Projektmanagement an das Vertragsrecht bzw. die konkrete Vertragsgestaltung stellt.
    Die klassischen Projektmethoden mit dem Dreiklang aus "Pflichtenheft - Programmierung - Abnahme" lassen sich in einem Werkvertrag leicht abbilden. Im agilen Modell werden die Prozessschritte per Rückkopplung und Schleife aufgelöst. Durch die enge Zusammenarbeit der Vertragsparteien in gemeinsamen Teams und den Verzicht auf eine  „klassische“ Endabnahme des Gesamtprojekts entfernt man sich von dem gesetzlichen Modell des Werkvertrages.
    Spätestens wenn auf Kundenseite dann die Einkaufs- und/oder Rechtsabteilung mit ihren eigenen Vorstellungen und Interessen Einfluss auf die Verhandlungen nimmt, landet man schnell bei nur schwer aufzulösenden und abzubildenden vertraglichen Mischformen.

    Insbesondere werden im Vortrag einige der in der Praxis im Rahmen agiler Projekte denkbaren Preismodelle und ihre Auswirkungen auf das Vertragsgefüge skizziert. Die Interessensgegensätze zwischen den Vertragsparteien (häufig aber auch innerhalb des Kunden-Unternehmens) führen auch hier zu Mischformen, nämlich zwischen dem klassischen Festpreis und der vom Auftragnehmer häufig präferierten Vergütung auf Basis von Time & Material (Stichwort: Agiler Festpreis). Für agile IT-Projekte ist es unumgänglich, die herkömmlichen Vergütungsmodelle zu flexibilisieren und weiterzuentwickeln, um den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht zu werden.

    Dr. Oliver Meyer-van Raay ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für IT-Recht und Partner der auf das IT-Recht spezialisierten Kanzlei Vogel & Partner mit Sitz in Karlsruhe und Stuttgart.
     


    » Vortragsfolien (PDF, 449.9 KByte)

  • The story behind the user story – Herausbekommen, was der Kunde wirklich braucht (Michael "Pul" Paulsen, Leiter IT, Bruno BADER GmbH & Co. KG)

    Dem Autopionier Henry Ford wird das Zitat zugeschrieben, „Wenn ich die Leute gefragt hätte, was sie brauchen, hätten sie gesagt: ‚Schnellere Pferde‘“.
    Viele von uns werden das nachvollziehen können. Wenn man im Rahmen von IT-Projekten Anwender fragt, wie sie sich ihre zukünftige Lösung vorstellen, wird diese häufig verdächtig der bisherigen Lösung ähneln.
    Ganz besonders schlimm wird es, wenn Domänenexperten glauben, sie verstünden etwas von Softwareentwicklung, weil sie schon mal ein Excel-Makro geschrieben haben, und einem dann in Lasten-/Pflichtenheften schon so konkrete Vorgaben machen, dass der Lösungsraum oft unnötig eingeengt wird. Und seien wir ehrlich: Auch uns als IT-Profis geht es als Anwender ja nicht viel besser: Wer hätte sich in der Welt der Suchmaschinen der 90er Jahre vorstellen können, wie grade zu kinderleicht und schnell Navigation im Internet sein kann – bis Google kam.

    Das größte Problem ist, dass viele eben dieses hinter einer suboptimalen Lösung gar nicht mehr wahrnehmen. Als Werkzeugbauer ist es aber unser Job, das Werkzeug zu bauen, das der Anwender zur Lösung seiner Probleme braucht. Das ist nicht immer das, was er zu wollen glaubt. Der Vortrag soll anhand einiger praktischer Beispiele eine Diskussionsgrundlage geben, wie man vermeidet, ein totes Pferd schneller machen zu wollen.
      


    » Vortragsfolien (PDF, 2.7 MByte)

Die beiden Vorträge kamen gut an und förderten die Diskussion, die wir dann intensiv fortgesetzt haben.

Am Ende gab es wieder mehrere weitere Themenvorschläge für den nächsten Termin am Freitag, den 12.12.2014.
- Agile Releaseplanung zur produktiven Nutzung (Michael PUL Paulsen)
- Wie kann man klassisches PM und agile Releaseplanung zusammenbringen (Marco Klemm)
- sowie Vorschläge von Nikolaus Gebauer und Frank Brandstetter, die noch nicht genau festgelegt wurden.


(Autor: Karsten Hoffmann)

 

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