Bericht vom Treffen der regionalen Fachgruppe "IT-Projektmanagement"
am 15. September 2006 in Stuttgart


zum Themenfeld
Projektleiter und Projekt-Mitarbeiter: Coaching, Konfliktmanagement, Motivation

VORBEMERKUNG: Coaching und Beratung wird immer wieder in einen Topf geschmissen, dabei sind beide "Beratungsarten" deutlich zu unterscheiden. Wie findet "Coaching" statt, und was ist dabei zu beachen?
Welche Rolle spielen Konflikte im IT-Projekt, und wie ist damit umzugehen? Welche theoretischen Hinweise gibt es dazu und wie sieht die Praxis aus?
Und welche Rolle spielt schließlich die Motivation der Projekt-Mitarbeiter und was sind diejenigen Handlungen und Randbedinunbgen, die Motivation fördern?
Ein spannendes Themenfeld aus dem Bereich "Soziale Kompetenz" stand also diesmal im Mittelpunkt.

An dem Abend hatten wir knapp 30 Teilnehmer und es gab wieder drei Referate:

  • Aus der Pfalz kam Maud Schlich (IT PROJECT SERVICE) und hielt einen Kurzvortrag zum Thema
    Coaching als Alternative einer klassischen Projektmanagement-Beratung
    Viele verstehen unter Coaching entweder das Coaching von Führungskräften bezogen auf der Verbesserung ihres Managements und teilweise auch ihres Privatlebens oder Coaching als Synonym für die klassische (Unternehmens-)Beratung. Fachliches Coaching jedoch ist etwas anderes und bietet gerade im Projektmanagement eine besondere Unterstützung von Projektmanagern oder Qualitätsmanagern. Grundprinzip ist dabei, dass der Coach nicht Lösungen bietet, sondern den Coachee in der Problemlösung durch gute Fragetechnik unterstützt. Das "Not invented here"-Syndrom wird vermieden, weil das Tun und Handeln beim Projektmanager bleibt, er wird in seiner Rolle gestärkt. Frau Schlich erklärte und zeigte, wie ein solches Coaching aussehen kann, und demonstrierte an Hand von mehreren Praxisbeispielen unterschiedliche Coaching-Konstellationen und zeigte deren Ergebnisse auf.
    Hier die Folien von Maud Schlich

    Die anschließende Diskussion zeigte mit vielen Fragen zu den Aufgaben Coaching und Beratung, deren gegenseitige Abgrenzung, aber auch Gemeinsamkeiten, wie wichtig das Thema für viele Teilnehmer ist.

  • Anschließend referierte Philipp Jahn (comundus) zum Thema
    Konflikte und Krisen im Projekt
    Dieser Kurzvortrag von Philipp Jahn behandelt eines von 29 Themen der Projektmanagement-Ausbildung der GPM (Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement) und ist Teil des zur Ausbildung gehörenden Buches "ProjektManager". Der Beitrag befasst sind mit Konflikten und Krisen, wie diese entstehen können und wie diese aufgelöst oder vermieden werden können. Dies geht von der Definition von "Konflikt" und "Krise" über den typischen "Lebenszyklus" eines Konflikts bis zum klassischen Ablauf einer Krise. Die theoretische Sicht wurde während des Vortrags durch praktische Beispiele aus dem Projektalltag ergänzt, so dass "Eisberg-Modell" oder Transaktionsanalyse ganz konkret vorstellbar wurden. Der Referent ergänzte dies mit Lösungsstrategien aus eigener Projekt-Erfahrung.
    Hier die Folien des Beitrags von Philipp Jahn

  • Im dritten Beitrag beschäftigte sich Michael Mörike (Freiberuflicher Projektmanager) mit dem Thema
    Motivation von Projektmitarbeitern als wichtigster Erfolgsfaktor
    In Projekten wird sehr oft - vor allem von jungen Projektleitern - zu viel Wert auf die formale Seite gelegt und zu wenig der wichtigste Erfolgsfaktor beachtet: Das Motivieren der Mitarbeiter. Dies ist eine Aufgabe, die man nicht im Seminar lernen kann, sondern nur von einem Meister abschauen kann - sie erfordert Können, nicht Wissen.
    Zur Motivation bedarf es positiv orientierter Regelkreise, die der Projektleiter als Spielregeln im Projekt festlegen muss. Zusätzlich sollte der PL darauf achten, dass die Leistungen jedes Mitarbeiters richtig gewürdigt werden, dies muss vor allem inhaltlich geschehen. Dazu muss der Projektleiter sich mit den Inhalten beschäftigen, die der Mitarbeiter zu bearbeiten hat - regelmäßig im Gespräch mit dem Mitarbeiter.
    Michael Mörike zeigte in seinen Folien, wie er im Projekt arbeitet, um eine kontinuierliche Motivation bei den Mitarbeitern zu fördern.
    Hier die Folien von Michael Mörike

Anschließend diskutierten wir in großer Runde mit allen drei Referenten lebhaft weiter. Bester Beleg für das starke Interesse war, dass nach über 3 Stunden (21.15 Uhr) noch 24 Teilnehmer des Abends anwesend waren. Den drei Referenten und unserem Gastgeber syngenio galt der Dank für eine spannende Diskussion und einen tollen Abend.

(Autor: Karsten Hoffmann)

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