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Bericht vom Treffen der regionalen Fachgruppe "IT-Projektmanagement"
am 27. Oktober 2006 in Stuttgart
zum Themenfeld
Was bedeuten Agilität und Agiles Projektmanagement in der Praxis?
Wir waren diesmal in den Geschäftsräumen der Fa. dmc - digital media center (in Bad Cannstatt, Römerkastell), wo Philipp Jahn seit kurzem seinen neuen Arbeitsplatz hat.
Das Thema Agilität behandelten wir zuletzt im Januar 2005 (vgl. FG-Treffen vom 28. Januar 2005), doch seine Bedeutung hat seitdem weiter zugenommen. Inzwischen scheint "agil" das frühere Modewort "light" abgelöst bzw. ersetzt zu haben, und nicht nur auf den Tagungen der Entwicklerfreaks, sondern auch in großen Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung ist "agil" heute Trend. Indiz dafür ist beispielsweise, dass nun sogar das (eher schwergewichtige) V-Modell in seiner neuesten Variante XT so aufgebaut wurde, dass inkrementelle und agile Entwicklung damit möglich ist (so die XT-Autoren).
Da iteratives Vorgehen heute immer häufiger praktiziert wird, haben wir inzwischen eine Menge praktischer Erfahrungen in agilen Vorgehensweisen.
Für den Abend hatten wir wieder drei Referate:
- Um einen aktuellen Überblick zu geben, hielt zunächst Karsten Hoffmann (STZ IT-Projektmanagement) einen Kurzvortrag zum Thema
Was bedeutet Agilität?
Agiles Projektmanagement bedeutet nicht allein die Anwendung von Vorgehensweisen wie eXtreme Programming, SCRUM oder iterativer SW-Entwicklung. Es bedeutet und bedingt insbesondere eine veränderte Verhaltensweise in der gesamten Projektauffassung und -abwicklung.
Ausgehend vom Agilen Manifest sind die Stichworte hier: Veränderte Bedeutung von Kundenmitwirkung, Orientierung am Kundenutzen, Wechselwirkung Agilität und Risiko, Herstellen von Vertrauen und Transparenz, Reduktion von Planungsaufwanden und Lernen im Projekt.
Diese veränderte Bedeutung wurde auch an praktischen Beispielen erläutert, wobei insbesondere die iterative Vorgehensweise im Projekt dargestellt wurde.
Hier die Folien von Karsten Hoffmann
Anschließend referierte Philipp Jahn (Fa. dmc) zum Thema
Mit Sprints zum Ziel - durch agiles Vorgehen zum Projekterfolg!
Enge Zeitpläne, nicht ausreichende Vorgaben des Auftraggebers und kritische Stakeholder. Es gibt viele Faktoren die ein Projekt zu Fall bringen können.
Kann agiles Projektmanagement hier helfen?
Der Impulsvortrag war ein aktueller Erfahrungsbericht aus solch einem Projekt. Durch ein stark iteratives Vorgehen (angelehnt an SCRUM) konnte in diesem Projekt noch an einigen Bereichen konzipiert und entwickelt werden, während erste Anwender bereits schon mit dem System arbeiteten. Hierbei wurden recht kurze Iterationen (Sprints) von 2-3 Wochen und Time Boxing angewandt, ein WIKI und ein Issuetracker verwendet sowie eine sehr offene und transparente Kommunikation eingeführt um der gestellten Herausforderung Herr zu werden. Der Praxisbericht stellte das gewählte agile Vorgehen vor und zeigte sehr anschaulich die Stärken und Schwächen des agilen Vorgehens auf.
Hier die Folien von Philipp Jahn
Als dritter Beitrag schloss sich Elmar Borgmeier (Geschäftsführer Technologie der Fa. syngenio) an mit dem Thema
Agility Pattern - Lernen aus Agilen Projekten.
Während Reifegradmodelle a la SPICE oder CMMI die Weiterentwicklung einer Organisation insgesamt fördern, fokussiert die Agile Softwareentwicklung auf das konkrete Projekt und sein Team. Sind die Erfahrungen dann auch nur für das konkrete Projekt gültig?
Können wir Muster erkennen und in einen allgemeinen Lernprozess einbringen, so dass auch andere Projekte profitieren ?
Der Impulsvortrag stellte das Konzept der Sammlung von "Agility Pattern" als einen evolutionären Bottom-Up Weg vor, um Erfahrungen aus Projekten in agiler Weise in eine Organisation einzubringen. Elmar Borgmeier zeigte uns einen Teil eines Vortrags, den er kurze Zeit später auf der Tagung W-Jax halten wird.
Elmar Borgmeier machte am Ende den Vorschlag, eine Internet-Plattform - z.B. als Wiki - zu gründen, auf der Agility Patterns eingestellt und diskutiert werden können. Darum werden sich SENS und die syngenio AG in den nächsten Wochen kümmern, über den Fachgruppenverteiler werden alle informiert.
Hier die Folien von Elmar Borgmeier
Am Ende schloss sich eine Diskussion über die Vorträge an, in der u.a. deutlich wurde, dass das Agile Projektmanagement noch sehr jung ist und es in diesem Bereich noch eine Menge interessante Aspekte für die Zukunft gibt.
(Autor: Karsten Hoffmann)
Aufnahme in den Adress-Verteiler der Fachgruppe: Bitte mindestens Namen, Unternehmen und eMail angeben, gerne auch zusätzlich einen Ort und eine Telefonnummer
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